März 2026

Beitrag der LAG Autonomer Frauenhäuser NRW e.V. zum Thema: Kritische STELLUNGNAHME
zur LeSuBiA Prävalenzstudie zu Partnerschaftsgewalt, sexualisierter und digitaler
Gewalt

LeSuBiA „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ ist eine geschlechter vergleichende Prävalenzstudie zu Partnerschaftsgewalt, sexualisierter
und digitaler Gewalt. Sie wurde im Auftrag des BKA in Kooperation mit dem BMBFSFJ durchgeführt und ist die erste große Nachfolgestudie der Prävalenzstudie zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland
von 2004.

Was wurde erforscht?

Es wurden knapp 15.500 Personen im Alter von 16 bis 85 Jahren zu ihren Gewalterfahrungen in den oben genannten Bereichen befragt. Allen Teilnehmenden wurden
identische Fragen gestellt. So wurde beispielsweise erhoben, ob in einer (Ex-)Partnerschaft Drohungen ausgesprochen wurden, „Ihnen die Kinder wegzunehmen oder den Kontakt zu verweigern“. Zur
Erfassung kontrollierender Gewalt wurden unter anderem Fragen gestellt wie: „versucht Ihnen zu verbieten oder hat Ihnen verboten zu arbeiten, zu studieren, Hobbys oder anderen Aktivitäten
nachzugehen.“ Im Hinblick auf mögliche Falschbeschuldigungen interessierte die Forschenden zudem, ob die befragte Person beschuldigt wurde, „sie/ihn sexuell belästigt oder sie/ihn zu sexuellen
Handlungen gezwungen zu haben, obwohl Sie das nicht getan haben.“

Was wurde nicht erforscht?

In welchen Kontexten fand die „Gewalt“ statt, und welche Qualität hatte sie? So bleibt etwa unklar, ob eine Partnerin dem Befragten „verboten“ hat, jeden
Abend mit Computerspielen zu verbringen, während sie sich um Kind und Haushalt kümmert, oder ob der Partner die Befragte daran hinderte, einen Deutschkurs zu besuchen. In der Studie gilt beides
gleichermaßen als „Gewaltbetroffenheit“. 
Nicht untersucht wurden Dominanzverhältnisse, Schweregrade und Muster von Gewalt. Ebenso
unberücksichtigt blieben Unterschiede …

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